Therapiekonzepte

Therapiekonzepte

Unsere ergotherapeutische Arbeit in den verschiedenen Fachbereichen umfasst ein breites Therapiespektrum, wobei zielgerichtet vielfältige Therapiekonzepte und Behandlungsmethoden zur Anwendung kommen:


Das Affolter - Konzept (St. Gallener Modell, Geführte Interaktionstherapie)


Das von der Psychologin Dr. Félicie Affolter entwickelte Konzept dient Klienten, die aufgrund einer Hirnschädigung eine gestörte Wahrnehmung haben. Geführte Interaktionstherapie heißt, dass Klient und Therapeut gemeinsam Handlungsabläufe ausführen, die von diesem Klienten nicht mehr bewältigt werden können. Die Grundidee dabei ist, dass der Tastsinn dem Kleinkind die ersten Erfahrungen der Welt vermittelt. Ist dieser mangelhaft ausgebildet, entwickeln sich weitere Störungen der Wahrnehmung und des Spracherwerbs. Aus diesem Grund muss eine Therapie wieder beim Tastsinn ansetzen.
Das therapeutische Führen nach Affolter ermöglicht dem Klienten, praktisch und alltagsbezogen zu lernen. Führen bedeutet, dass der Therapeut mit dem Körper des Klienten alltägliche Handlungen ausführt. Der Klient erspürt dabei gemeinsam mit dem therapeutischen Begleiter Alltagsgeschehnisse mit dem Ziel, Wahrnehmungsinformationen zu erhalten und zu ordnen. Somit wird gemeinsam mit dem Therapeuten eine Beziehung zwischen Klient und Umwelt hergestellt, wobei gleichzeitig motorische, geistige und emotionale Leistungen gefördert werden.

 

Alert – Programm


Das englische Wort “alert“ bedeutet übersetzt “wach“, “aufmerksam“. Das Alert - Programm geht davon aus, dass unser Wachheitsgrad ausschlaggebend für unsere Leistungsfähigkeit und unser Verhalten ist. Inhalt des Programms ist die Stärkung des Bewusstseins für den Wachheitszustand und die Befähigung, diesen durch Wahrnehmungs- und Bewegungsstrategien zu beeinflussen.
Kinder, aber auch Jugendliche und Erwachsene können lernen, ihren Wachheitszustand in einer bestimmten Situation oder bei einer bestimmten Aufgabe zu überwachen, aufrecht zu erhalten oder zu verändern. Kenntnisse über Strategien und Möglichkeiten dieser Selbstregulation verbessern die Fähigkeit zu lernen, zu arbeiten, zu spielen oder mit anderen in Kontakt zu treten.

 

AudioLog


AudioLog ist ein computergestütztes Hörtrainingsprogramm. Es beinhaltet eine umfangreiche Sammlung spielerischer Übungen zur Förderung der Hörwahrnehmung und der zentralen Sprachverarbeitung. Das Programm umfasst Übungen auf Geräusch-, Laut-, Silben- und Wortebene zur Förderung der Hörverarbeitung und kann bei folgenden Störungsbildern eingesetzt werden:
 

  • Hörwahrnehmungsschwäche bzw. -störung
  • akustische Differenzierungsstörung
  • zentrale Sprachverarbeitungsprobleme
  • Sprachentwicklungsverzögerung bzw. –störung
  • sensorische Dyslalie
  • mentaler Entwicklungsrückstand
  • Lese - Rechtschreibschwäche
  • phonologische Störungen bei Aphasie.


AudioLog ist ein elektronisches Therapiematerial, das die gemeinsame Arbeit von Therapeut und Klient voraussetzt, aber auch ein selbständiges Üben gestattet. Jede Aufgabe bietet die Möglichkeit für zusätzliche Sprachübungen und Kommunikation. Der Schwierigkeitsgrad der Übungen lässt sich differenziert an die Fähigkeiten der Klienten anpassen.

 

Basale Stimulation


Das Konzept der basalen Stimulation wurde in den 1970er Jahren von Andreas Fröhlich entwickelt und dient Personen, die in ihrer Wahrnehmungsfähigkeit, Bewegungsfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit eingeschränkt sind. Basale Stimulation kann z.B. bei Menschen mit Demenz, Menschen mit neurologischen Erkrankungen (z.B. Schädel – Hirn – Trauma) oder Menschen mit körperlichen und / oder geistigen Behinderungen eingesetzt werden. Dabei werden zum Erhalt und zur Förderung der Wahrnehmung verschiedene Reize angeboten, darunter:
 

  • Spürreize (Druck, Kälte, Wärme)
  • Bewegungsreize (Lagerung, Bewegung)
  • Sinnessreize (Sehen, Riechen, Hören).


Die Stimulation erfolgt über Hautkontakt bzw. Medien wie Igelbälle, Bürsten oder Hängematten, es können aber auch bekannte Düfte, Geschmacksrichtungen, Bilder oder Musik eingesetzt werden. Der Klient erhält dadurch die Möglichkeit, seine Umwelt zu erfahren, seinen Körper zu empfinden sowie Kontakt und Kommunikation aufzunehmen. Dies unterstützt den (Wieder-) Aufbau und die Erhaltung der Körperwahrnehmung.

 

Bobath - Konzept


Die Therapie nach Bobath gehört zu den neurophysiologischen Behandlungsmethoden. Namensgeber des in den 1940er Jahren entwickelten Konzepts waren die Krankengymnastin Berta Bobath und der Neurologe Karel Bobath. Berta Bobath entdeckte bei der Behandlung von Kindern mit spastischen Bewegungseinschränkungen, dass die Spastizität durch bestimmte Lagerungen, Stellungen und Bewegungen nachließ oder sogar verschwand. Sie erkannte, dass Spastizität kein feststehendes Phänomen ist, sondern von der Bewegung und der Stellung des Körpers beeinflusst wird.


Ziele des Bobath – Konzepts sind:

  • Wiederherstellung einer adäquaten Muskelspannung
  • Anbahnung von gezielten Bewegungen
  • Verminderung von “falschen“ Bewegungsmustern
  • Abbau von Überaktivitäten der weniger betroffenen Körperseite
  • Normalisierung der Wahrnehmung des eigenen Körpers und der Umwelt
  • Erhöhung der Selbstständigkeit und Sicherheit im täglichen Leben.
     

Die Therapie wird in verschiedenen Ausgangsstellungen (Liegen, Sitz oder Stand) durchgeführt, wobei der Klient lernen soll, anhand ausgewählter Bewegungen, Bewegungsübergänge oder Lagewechsel, seine Muskelspannung zu kontrollieren und “falsche“ Bewegungsmuster abzubauen.
In der Ergotherapie werden unter Anwendung des Bobath - Konzepts Alltagshandlungen, wie z.B. Essen, Waschen sowie das Aus- und Ankleiden, geübt. Das Ziel ist dabei die Wiederherstellung und Erhaltung der größtmöglichen Selbstständigkeit und Sicherheit im täglichen Leben.
 

Brain-Gym


Brain-Gym bedeutet übersetzt “Gehirn-Gymnastik“ und ist eine Methode, die durch körperliche Bewegung die Gehirnleistung aktiviert und verbessert und somit das Lernen erleichtern soll.
Brain-Gym wurde in den 1970er Jahren von Dr. Paul Dennison, Leiter eines heilpädagogischen Zentrums in den USA, entwickelt. Dr. Dennison steht hinter der Aussage “Bewegung ist das Tor zum Lernen“. Diese Aussage stellt auch die Grundlage von Brain-Gym dar.
Brain-Gym bietet vielfältige Bewegungsübungen an, die die verschiedenen Bereiche des Körpers aktivieren, wodurch das Lernen begünstigt werden kann. Die Übungen sind leicht zu erlernen und durch zu führen und sind daher bestens geeignet für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und sogar für Senioren.
Besonders wirksam und stärkend sind die Aktivitäten bei Kindern, die Schulprobleme bzw. Lernblockaden haben. Brain-Gym erleichtert das Lernen ganz enorm. Dadurch macht es den Kindern wieder Spaß, die Noten verbessern sich und die Eingliederung in die Klasse fällt sehr viel leichter. Brain-Gym ist zudem eine wertvolle Unterstützung für Lernprozesse, die nichts mit schulischen Aufgaben zu tun haben, sondern mit alltäglichen Lernanforderungen oder sozialen Fähigkeiten. Bei jedem neuen Lernprozess ist es wichtig, im Fluss zu bleiben, das heißt, in Bewegung. Dabei hilft Brain-Gym.

 

Cyriax


Cyriax gehört zu den speziellen Behandlungsformen der manuellen Therapie und dient der Untersuchung und Behandlung von Weichteilen wie Muskeln, Sehnen und Bänder. Cyriax kann bei Schädigungen der Weichteile, aber auch bei Abbauprozessen und Schmerzen zum Einsatz kommen. Dabei werden folgende Behandlungstechniken angewandt:

  • Quermassage / Querfriktion
  • Funktionsmassage.

FOTT (Facio-orale-Trakt – Therapie)


Der Behandlungsansatz der FOTT basiert auf dem Bobath – Konzept und wurde in den 1980er Jahren von Kay Coombes entwickelt.
Die FOTT findet Anwendung bei Menschen, die nach Hirnschädigung Lähmungserscheinungen im Bereich des Gesichts oder Schluck-, Ess- und Trinkprobleme sowie Schwierigkeiten bei der Mundpflege haben. Neben gezielten Übungen für die Gesichts- und Mundmotorik kommen auch Maßnahmen zu Verbesserung der Wahrnehmung zum Einsatz, darunter:

  • Berührungsreize, z.B. durch die Hände des Therapeuten, Bürsten
  • thermische Reize, z.B. Eislutscher oder
  • Geschmacksreize z.B. Zitronensaft, Pfefferminztee.


Ziele der FOTT sind:

  • Förderung der Mimik
  • Förderung der Wahrnehmung im Bereich des Mundes und des Gesichts
  • Wiedererlernen von Kaubewegungen
  • Stimulation des Schluckvorgangs
  • Unterstützung der Sprachtherapie und Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit.

Forced - use
(Taub´sches Training / CIMT – Constraint - Induced Movement Therapie)


“Forced – use“ bedeutet direkt übersetzt "erzwungener Gebrauch". Die Behandlungsmethode kann bei Klienten mit Lähmungserscheinungen, z.B. nach Schlaganfall, nach Plexus – brachialis – Schädigung oder nach Schädigung des Radialisnervs eingesetzt werden, wenn die betroffene Extremität bereits grobmotorische Funktionen aufweist, aber nicht ausreichend genutzt wird. Für die Dauer der Behandlung wird die nicht betroffene Extremität künstlich “unbrauchbar“ gemacht, das heißt, eingewickelt oder am Körper fixiert. Auf diese Weise ist der Klient gezwungen, die betroffene Extremität zu benutzen, um vorgegebene Bewegungen und Handlungen auszuführen. Ziel ist es dabei, durch einen häufigeren Einsatz der betroffenen Extremität im Alltag die Gebrauchsfunktion wieder herzustellen oder zu verbessern.

 

HoDT – Handlungsorientierte Diagnostik und Therapie


Das Konzept der HoDT wurde Mitte der 1990er Jahre von Friederike Kolster entwickelt und kann zur Behandlung erwachsener Klienten mit neuropsychologischen Störungen eingesetzt werden. Neuropsychologische Störungen bezeichnen Phänomene nach Hirnschädigung, wie z.B.:

  • Störung der Handlungsfähigkeit (Apraxie, Dysexekutives Syndrom)
  • Vernachlässigung der betroffenen Seite bei Halbseitenlähmung (Neglect)
  • unsichere Einschätzung von Abständen und Entfernungen (räumlich - konstruktive Störung)
  • Halbseitenblindheit, Gesichtsfeldeinschränkung (Hemianopsie)
  • Verhaltensauffälligkeiten.

Innerhalb des Behandlungskonzepts stehen Alltagsaktivitäten im Vordergrund. So dienen Handlungen des täglichen Lebens zur Erstellung des ergotherapeutischen Befundes, sind jedoch auch Basis für die Therapie. Eine besondere Rolle spielt dabei der Einbezug der Angehörigen.
Unter Berücksichtigung der Defizite, Ressourcen und Wünsche des Klienten erfolgt die HoDT unter folgender Zielstellung:

  • Erweiterung der Handlungsfähigkeit
  • Herstellung und Erhaltung der größtmöglichen Selbständigkeit und Unabhängigkeit im Alltag
  • Verdeutlichung neuropsychologischer Defizite und ihrer Auswirkungen auf das tägliche Leben
  • Erarbeitung eines Störungsbewusstseins.
     

IntraActPlus – Konzept (nach Jansen und Streit)


Das IntraActPlus - Konzept ist ein verhaltenstherapeutisch orientierter Therapieansatz, der von Dr. Fritz Jansen und Uta Streit auf der Basis von Ergebnissen der psychologischen Grundlagenforschung seit mehr als 20 Jahren ständig weiterentwickelt wird.
Jansen und Streit gehen davon aus, dass “Beziehung“ nicht nur der wesentliche Schlüssel für die Übergabe von Werten und Zielen an die nächste Generation ist, sondern auch unabdingbar ist für den Aufbau von Motivation und positiver Eigensteuerung in verschiedensten Lebensbereichen. Aus diesem Grund stellt das IntraActPlus - Konzept eine positive Beziehung zwischen Kindern und ihren Bezugspersonen als wichtigstes Oberziel in den Mittelpunkt aller Maßnahmen. Gleichzeitig dient Beziehung auch als technisches Mittel.
Durch Videoarbeit sollen unbewusstes Verhalten und unbewusste Beziehungssignale verdeutlicht und somit eine schnelle und genaue Problemanalyse ermöglicht werden. Gleichzeitig bietet eine bildlich unterstützte Gesprächsführung allen am Therapieprozess beteiligten die Möglichkeit, Zusammenhänge selbst sehen zu können. Dies führt sowohl auf Seiten der Bezugspersonen als auch auf Seiten der Kinder und Jugendlichen zu einer besonders hohen Zustimmung und Mitarbeit.

 

Johnstone – Methode (PRO- aktiver Behandlungsansatz, PANat)


Die Johnstone – Methode kann in der Behandlung von Klienten mit Lähmungen, z.B. nach einer Hirnschädigung oder Schädigung der peripheren Nerven (z.B. Plexus – brachialis – Schädigung oder Schädigung des Radialisnervs) eingesetzt werden. Margret Johnstone´s Behandlungsidee war, durch den gezielten Einsatz von zirkulärem Druck schwache Muskelgruppen zu stabilisieren bzw. Muskulatur mit einem erhöhten Spannungsgrad zu dehnen, damit motorische Aktivität angebahnt und Kraft und Stabilität aufgebaut werden können. Dies geschieht unter Verwendung so genannter Luftpolsterschienen (“Splints“, “Druckbandagen“, “Johnstone – Splints“).

Ziele der Behandlung sind:

  • Regulation der Muskelspannung
  • Anbahnung komplexer Bewegungsabläufe
  • Verbesserung der Stabilität körpernaher Gelenke
  • Verminderung und Vermeidung “falscher“ Bewegungsmuster
  • Verminderung und Vermeidung von Gelenksversteifung.
     

Kinesio - Taping


Kinesio - Taping ist eine ganzheitliche und medikamentenfreie Therapie mit einer außergewöhnlichen Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten.
In der Therapie werden speziell entwickelte selbstklebende, elastische Baumwollstreifen, Tapes, auf die Haut aufgebracht, um Muskel- oder Hautfunktionen zu beeinflussen.
Tapes können bei Schmerzen oder gestörter Muskelspannung eingesetzt werden, finden jedoch auch bei Fehlstellungen Anwendung. Sie bewirken eine Entlastung, Schmerzminderung und Verbesserung der Belastungsfähigkeit der entsprechenden Bereiche und dienen außerdem zur Korrektur knöcherner Fehlstellungen oder muskulärer Verklebungen. Schwellungen können mit so genannten “Lymphtapes“ behandelt werden. Dabei werden die Tapes so platziert, dass sich durch gezieltes Abheben der Haut der Raum zwischen Haut und Unterhautgewebe vergrößert, wodurch die Lymphflüssigkeit einfacher abfließen kann.
Die unterschiedlichen Wirkweisen ergeben sich durch verschiedene Anlagetechniken sowie deren Kombinationen. Dies führt zu einem außerordentlich breiten Anwendungsspektrum der Therapie. 

 

Einsatzgebiete allgemein:

  • Schmerzen
  • Muskelverspannungen
  • Muskelfunktionsstörungen
  • Muskelfaserriss
  • Sehnenreizung
  • Nervenschädigung
  • Fehlstellungen und Fehlhaltungen
  • Schwellungen
  • Narben


Einsatzmöglichkeiten bei folgenden Erkrankungen:

  • Impingementsyndrom
  • Thoracic outlet - Syndrom
  • Arthrosen
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Tennisellenbogen
  • LWS - Syndrom
  • Migräne
  • Tinnitus
  • Fersensporn
  • Menstruationsbeschwerden
  • Störungen des Lymphflusses

 

 

Marburger Konzentrationstraining (MKT)


Das Marburger Konzentrationstraining wurde von dem Marburger Schulpsychologen Dieter Krowatschek entwickelt und ist ein spezielles Angebot für Kinder und Jugendliche, die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme haben. Besonders geeignet ist das MKT für Kinder, die

  • planlos und unstrukturiert an Aufgaben herangehen
  • nicht lange bei der Sache bleiben
  • leicht ablenkbar sind
  • viel Zeit für Hausaufgaben und Klassenarbeiten benötigen
  • zu negativer Selbsteinschätzung neigen und
  • schnell aufgeben.

Ziel ist es, dass die Kinder lernen, ihren eigenen Arbeitsstil zu erkennen und systematisch, überlegt und ohne inneren Zeitdruck Aufgaben zu bewältigen.


Das MKT besteht aus drei Bereichen:

  • Trainingsstunden für das Kind
  • häusliches Übungsprogramm
  • Elternarbeit.

Im Vordergrund stehen folgende Faktoren:

  • Erhöhung der Selbststeuerung, der Selbstständigkeit und der Selbstakzeptanz
  • Verbesserung der Motivation durch erfolgreiches Bearbeiten von Aufgaben
  • angemessener Umgang mit Fehlern
  • Stärkung des Sozialverhaltens durch Gruppenaktivität und Gemeinschaftsgefühl.

Entsprechend der Lernfortschritte werden die Kinder gelobt und erhalten für jeden Erfolg Punkte, die sich später in kleinere oder größere Preise umwandeln lassen. Beide Belohnungssysteme dienen der positiven Verstärkung, wodurch das Kind das erwünschte Verhalten als richtig und angenehm erlebt.

 

Manuelle Therapie


Die manuelle Therapie beinhaltet Untersuchungs- und Behandlungstechniken des Bewegungsapparats. Es werden gezielt Zug-, Druck- und Gleittechniken eingesetzt, die der Verbesserung der Beweglichkeit eines Gelenks und der Schmerzlinderung dienen.
Neben der klassischen manuellen Therapie gibt es spezielle Formen wie Chiropraktik, Osteopathie und Cyriax.

 

Perfetti – Konzept (kognitiv – therapeutische Übungen nach Perfetti)


Das Konzept der der kognitiv - therapeutischen Übungen wurde Anfang der 1970er Jahre von Prof. Carlo Perfetti für die Behandlung von Patienten mit Halbseitenlähmung entwickelt. Heutzutage findet die Behandlung bei neurologischen aber auch bei orthopädischen und chirurgischen Erkrankungen Anwendung.
Das Therapiekonzept besagt, dass man Fähigkeiten des Menschen wie Bewegung, Wahrnehmung und geistige Leistungen nicht isoliert betrachten darf. Sie sollten eine funktionelle Einheit darstellen und einen Erkenntnisprozess (= Kognition) ermöglichen.
Nur über eine funktionierende Wahrnehmung erhält das zentrale Nervensystem Informationen vom Körper und der Umwelt, die es für die Planung und Ausführung der Bewegung benötigt. Für die Bewegung spielt daher die Wahrnehmung eine große Rolle. Bei der Rehabilitation muss die Neugestaltung des Systems zuerst im zentralen Nervensystem erfolgen, wobei "Rehabilitation" als ein Lernprozess unter pathologischen
(= krankhaften) Bedingungen verstanden werden kann. Indem die Aufmerksamkeit der Klienten in der Behandlung auf speziell eingesetzte Materialien gelenkt wird, sollen die Klienten gezielt lernen, die Fähigkeit der Wahrnehmung einzusetzen, um krankhafte Verhaltensweisen (z. B. muskulären Widerstand gegen passive Bewegungen) zu kontrollieren.
 

Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation (PNF)


Die Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation (PNF) gehört zu den neurophysiologischen Behandlungsmethoden. PNF bedeutet das forcierte Zusammenspiel von Nerven und Muskulatur. Grundlage dazu bilden definierte Bewegungsmuster unseres Körpers, die sich in der Haltung und in Bewegungsabläufen zeigen.
In der Therapie wird unter Anwendung bestimmter Techniken in diesen vorgegebenen Mustern gearbeitet. Dabei werden Reize, wie z.B. Druck, Zug, Dehnung und Widerstand eingesetzt. In einer festgelegten Art und Folge der Stimulation kommt es zu einer erwarteten Reaktion im Sinne einer vermehrten Muskelanspannung oder –entspannung, wodurch Bewegungen angebahnt oder erleichtert werden können.


Ziele der PNF sind:

  • Normalisierung der Muskelspannung
  • Förderung der motorischen Kontrolle
  • Förderung der Beweglichkeit, Geschicklichkeit und Koordination
  • Förderung von Kraft und Ausdauer.
     

Sensorische Integrationstherapie (SI)


Sensorische Integration ist die Vernetzung der Sinne. Die Verbindung von Bewegung, Körperhaltung, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören gehört zu den Grundvorrausetzungen, um höhere geistige und motorische Leistungen zu erbringen.
Sensorische Integration ist die Grundlage für Lernen, Handeln und Sprechen. Nur wenn Informationen im Nervensystem richtig und vollständig aufgenommen und verarbeitet werden, kann der Mensch in verschiedenen Situationen und Handlungen angemessen reagieren.
Sensorische Integration beginnt bereits im Mutterleib und entwickelt sich im frühen Kindesalter besonders rasch. Die Verbindung der gesamten Sinneseindrücke über die Haut, die Muskulatur, das Gleichgewichtsorgan, die Nase, die Ohren und die Augen ist die Grundvorrausetzung für Bewegung, Sprache, angepasste Kontaktaufnahme und Lernen. Ist die Integration beeinträchtigt, kommt es zu Verhaltensauffälligkeiten und anderen Störungen in den oben genannten Bereichen.
Inhalt der Sensorischen Integrationstherapie, die in den 1970er Jahren von Jean Ayres, einer US-amerikanischen Entwicklungspsychologin konzipiert wurde, ist das Training der Vernetzung aller Sinne. Der Therapieraum ist ähnlich wie ein Spielplatz ausgestattet. Hier gibt es spezielle Geräte, die auf die Bedürfnisse der Klienten abgestimmt sind, wie etwa besondere Schaukeln, Klettermöglichkeiten oder große Bausteine. Den Klienten werden somit Handlungs- und Bewegungsangebote gemacht, die die Basissinne (Körperwahrnehmung, Gleichgewichtssinn, Spürsinn) ansprechen und die Wahrnehmungsverarbeitung fördern.
 

Spiegeltherapie


Spiegeltherapie gehört zu den Imaginationstherapien und wurde 1996 von Vilayanur S. Ramachandran entwickelt. Die Methode diente ursprünglich zur Behandlung von Phantomschmerzen nach Amputationen, wird heutzutage aber auch bei verschiedenen anderen orthopädischen und chirurgischen, aber auch bei neurologischen Erkrankungen eingesetzt.
In der Therapie setzt sich der Klient so vor einen Spiegel, dass die erkrankte, gelähmte oder amputierte Gliedmaße von diesem verdeckt wird und im Spiegelbild die gesunde Gliedmaße sichtbar ist. Anschließend werden mit dem gesunden Körperteil Bewegungen ausgeführt oder es erhält Berührungsreize. Das Gehirn interpretiert nach einiger Zeit die motorischen und Spürreize so, als ob sie vom erkrankten bzw. amputierten Körperteil kämen und beginnt, sich neu zu gestalten und die erkrankte oder amputierte Gliedmaße neu zu erfassen. Dadurch kann nicht nur eine Verminderung von Schmerzen, sondern auch eine Verbesserung der Wahrnehmung und der Beweglichkeit im Bereich der erkrankten, gelähmten bzw. amputierten Gliedmaße erreicht werden.


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