Schienentherapie

Schienentherapie

Ein besonderes Leistungsangebot unserer Praxis ist die Herstellung von Handschienen.


“Schienen sind mechanische Apparate, die man selbst entwickeln und konstruieren kann, welche anatomisch geformt sind, um pathologische oder unerwünschte Kräfte durch Ruhigstellung, Mobilitätseinschränkung und Druck zu minimalisieren.”
(Paul van Lede, Belgien)


Die Schienen werden individuell aus thermoplastischem Material angefertigt, was den Vorteil hat, dass eine optimale Passform gewährleistet ist. Zudem können die Schienen jederzeit durch uns überprüft, korrigiert, verändert oder angepasst werden. Um eine kontinuierliche Therapie zu gewähren, leisten Handschienen einen enormen Beitrag. Eine Schiene kann zwar niemals die funktionelle Behandlung durch Therapeuten ersetzen, da nicht alle Bewegungsrichtungen, die für eine normale Handfunktion wichtig sind, beübt werden können, dennoch ist die Schienenversorgung ein wichtiger Bestandteil in der Handrehabilitation und ermöglicht isoliert oder in Verbindung mit anderen Behandlungsmaßnahmen eine 24 - Stunden - Therapie.


Anwendungsgebiete der Schienentherapie

  • Traumatologie / Handchirurgie (Beuge- und Strecksehnenverletzungen, periphere Nervenläsionen, komplexe Handverletzungen)
     
  • Orthopädie / Rheumatologie (Versteifungen, Fehlstellungen, Fingergelenksendoprothetik)
     
  • Neurologie (Polytraumen, zentrale Erkrankungen, die Auswirkung auf die peripheren Nerven haben, z.B. Guillain - Barré - Syndrom)
     
  • Kindertherapie (angeborene Fehlbildungen prä- und postoperativ (Klumphand, Beugefehlstellung der Finger))

Zielsetzung der Schienentherapie

  • Entlastung / Ersatz von Strukturen, die nicht belastet werden dürfen
  • Erhalt einer operativ oder therapeutisch erreichten Erweiterung des Bewegungsausmaßes
  • Ruhigstellung, z.B. nach Frakturen, Sehnenähten, Entzündungen, Arthrodesen
  • Schmerzlinderung
  • Stabilisierung, z.B. bei Rhizarthrose
  • Vermeidung und Korrektur von Fehlbildungen
  • Kompensation ausgefallener Muskelfunktion, z.B. nach peripheren Nervenläsionen
  • positive Beeinflussung komplexer Handverletzungen durch Schienenkombinationen oder Erweiterungen (Quetschverletzungen, Kreissägenverletzungen, Verbrennungen)

Einsatzmöglichkeiten von Schienen bei speziellen Krankheitsbildern

  • Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis (Rheumatoide Arthritis, Arthrose)
  • Frakturen
  • M. Dupuytren
  • Karpaltunnelsyndrom
  • CRPS (ehemals M. Sudeck)
  • periphere Nervenläsionen
  • Zustand nach operativen Eingriffen

 

Vorteile der Herstellung von Schienen durch den behandelnden Therapeuten

  • Eine individuelle Anpassung der Schiene unter Berücksichtigung der Wünsche des Klienten garantiert eine optimale Passform und trägt zur Akzeptanz der Schiene und somit zur Mitarbeit des Klienten bei.
  • Die Kenntnis über Fähigkeiten, Defizite und Besonderheiten des Klienten auf Basis einer umfassenden Befundaufnahme und aufgrund der Erfahrung durch bereits erfolgte Behandlungen ermöglicht eine gezielte, auf die Bedürfnisse des Klienten abgestimmte, Auswahl des Schienenmaterials.
  • Es besteht die Möglichkeit, den Klienten vor der Anfertigung einer Schiene durch eine funktionelle oder thermische Behandlung auf die Schienenherstellung vorzubereiten, um die Bewegungsfähigkeit zu erweitern, die Anpassung des Schienenmaterials zu erleichtern, die Toleranz bei der Anpassung des Schienenmaterials zu erhöhen und Schmerzen zu vermeiden.
  • Eine weiterführende ergotherapeutische Behandlung nach der Versorgung des Klienten mit einer Schiene sorgt für die Gewährleistung einer regelmäßigen und engmaschigen Kontrolle in Bezug auf Passgenauigkeit und Tragekomfort der Schiene bzw. Komplikationen, wie die Bildung von Druckstellen oder Schwellungen, und ermöglicht eine kurzfristige und unkomplizierte Veränderung, Nachbesserung oder Korrektur der Schiene.
  • Es ist langfristig ein Ansprechpartner für die Belange des Klienten verfügbar, so dass auch auf lange Sicht die Möglichkeit zur Rücksprache und Aufklärung über Notwendigkeit, Nutzen und Zielsetzung der Schiene besteht.
  • Die Schienentherapie ist in die ergotherapeutische Behandlung integrierbar, etwa durch eine regelmäßige Überprüfung der funktionellen Aktivitäten mit und ohne Schiene, Aufzeigen von Möglichkeiten zur Einbindung der Schiene in alltägliche Handlungsabläufe sowie die Erarbeitung von Kompensationsstrategien, spezieller Greifformen und Alltagsfunktionen.
  • Der organisatorische und der finanzielle Aufwand des Klienten kann reduziert werden, da die ergotherapeutische Behandlung und die Schienenversorgung aus einer Hand erfolgen. Der Klient bedarf lediglich einer Anlaufstelle für die Therapie und für die Anfertigung, die Kontrolle, die gegebenenfalls nötige Korrektur und die Nachkontrolle der Schiene. Zudem ist die Herstellung der Schiene relativ kostengünstig.
  • Regelmäßige direkte Kontakte zwischen Arzt und Therapeut gewährleisten gezielte Absprachen und sichern eine kurzfristige und unkomplizierte Abstimmung.
  • Es ist lediglich eine Verordnung über die ergotherapeutische Behandlung sowie die Schienenversorgung notwendig, wobei bei Erforderlichkeit der Bearbeitung der Schiene lediglich eine telefonische Absprache nötig ist, jedoch keine neue Verordnung ausgestellt werden muss, so dass mühelos Änderungen erfolgen können.
  • Die Herstellung einer erforderlichen Schiene durch den behandelnden Therapeuten gewährleistet eine optimale Schienentherapie.

Schienenarten


Statische Schienen

  • Statische Schienen dienen einerseits zur Lagerung und Ruhigstellung, andererseits zur Korrektur von Fehlstellungen.
    z.B. Lagerungsschiene für das Handgelenk

Dynamische Schienen

  • Dynamische Schienen sind aus zwei oder mehreren Teilen gefertigt, die durch mechanische Systeme beweglich miteinander verbunden sind. Dabei bildet eine statische Schiene die Grundlage für das Anbringen dynamischer Elemente, wie z.B. Spiralfedern oder Spanndrähte.
    z.B. Fingerschiene nach Frakturen oder Sehnennähten

Rheumaschienen

  • Rheumaschienen werden unter folgender Zielstellung eingesetzt:
    • Korrektur von Achsenfehlstellungen
    • Ermöglichung funktioneller (achsengerechter) Therapie
    • Entlastung und Schonung von Gelenken
    • Vorbeugung von Fehlstellungen und Versteifungen
  • z.B. Daumenschiene bei Rhizarthrose 


Eine Schienenversorgung muss auf der ärztlichen Verordnung angewiesen werden.

 
 
 

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Mitglied der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Handtherapie e.V.(DAHTH)